Das Schloss Löringhof hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die ist jetzt in einer Ausstellung im Dorfschultenhof zu sehen.

Von Uwe Walkötter, Dattelner Morgenpost, 16. März 2018

Datteln, Sechs Adelssitze gab es einst in Datteln, darunter auch das Schloss Löringhof, auf dessen Gelände heute das Kohlekraftwerk Datteln 4 steht und auf seine Inbetriebnahme wartet. Aber auch ohne Kraftwerk hat der Adelssitz eine bewegte Geschichte hinter sich, die jetzt im Dorfschultenhof in einer Ausstellung der Volkshochschule (VHS) dokumentiert wird.

Die Ausstellung mit 13 Infotafeln war vor Jahren schon einmal im damaligen E.ON-Infowürfel am Kanal zu sehen – zusammengetragen von Mitarbeitern des Energiekonzerns. „Schon damals kam uns die Idee, diese Ausstellung einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Denn die Ausstellung ist wirklich gut gemacht“, erklärt VHS-Leiterin Rosemarie Schloßer bei der Eröffnung.

Neben der Chronologie des Schlosses zeigt die Ausstellung die Geschichte der Adelsfamilie und in einem dritten Tel die Bezüge des Adelssitzes zu Datteln. Löringhof habe für Datteln eine besondere Bedeutung gehabt, so Rosemarie Schloßer. Was sich auch im Dattelner Stadtwappen widerspiegelt. Das Wappen von Löringhof zeigt drei Ringe, und ein Ring wurde neben dem Kreuz ins Dattelner Wappen aufgenommen. Der einstige Adelssitz war in den 1920 Jahren Rektoratschule für die „oberen Zehntausend“ der Stadt, bis am Südring das neue Gymnasium errichtet wurde, weiß Heimatsvereins-Vorsitzender Theo Beckmann zu berichten. Danach begann der Niedergang des Gebäudes, das im Zweiten Weltkrieg wegen der Nähe zur Zeche und dem Kanal von vielen Bomben getroffen und zerstört wurde. Ende der 1960er Jahre wurden die Überreste abgerissen.

INFO Die Ausstellung ist bis Mitte April im Dachsaal des Dorfschultenhofes, Genthiner Straße 7, von Mo. bis Fr. zu sehen.



13 Tafeln informieren im Dorfschultenhof über die Geschichte von Schloss Löringhof. Eröffnet wurde die Ausstellung von VHS-Leiterin Rosemarie Schloßer, Dezernent Dirk Franke, der Ehrenvorsitzenden Gertrud Ritter, Vize-Bürgermeister Norbert Benterbusch und Heimatvereins-Vorsitzenden Theo Beckmann (v.l.).