{mosimage}100 Jahre, das ist eine lange Zeit. Für Kinder geradezu unvorstellbar lang. Und so ging gestern Morgen ein Raunen durch die Menge, als Gertrud Ritter erzählte, dass das Gebäude der Meckinghover Grundschule so alt ist. Nachzulesen ist das auf der Zeittafel, die der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein erarbeitet hat > weiter

{mosimage}200 Jahre Dorfschultenhof - das ist Anlass für eine Feier am Tag des offenen Denkmals, 13. September, ab 11 Uhr, rund um dass Grochtmann-Museum. Am 18. Juli 1809 ist das Haus auf dem Dorfschultenhof, das heutige Hermann-Grochtmann-Museum, erbaut worden. Es steht heute natürlich unter Denkmalschutz. Zum Geburtstag hat der Sprach- und Heimatverein Datteln eine Texttafel überreicht > weiter

Zeittafel

100 Jahre, das ist eine lange Zeit. Für Kinder geradezu unvorstellbar lang. Und so ging gestern Morgen ein Raunen durch die Menge, als Gertrud Ritter erzählte, dass das Gebäude der Meckinghover Grundschule so alt ist. Nachzulesen ist das auf der Zeittafel, die der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein erarbeitet hat.

20 dieser Tafeln hat die Vorsitzende bereits im Stadtgebiet eingeweiht, aber noch nie vor einem so großen Publikum. 210 Mädchen und Jungen stehen auf dem Hof und lauschen den Ausführungen zu der wechselvollen Geschichte ihrer Schule – der ältesten noch stehenden Schule in Datteln.

Die erste Schule in Meckinghoven wird 1750 auf dem Hof Vehling erbaut. „Das ist hier gleich nebenan“, zeigt Gertrud Ritter aufs Nachbargrundstück. Und sie erzählt, dass damals im Winter doppelt so viele Kinder die Schulbank drückten als im Sommer. Warum? Das wissen die Grundschüler: „Im Sommer mussten die Kinder auf den Feldern arbeiten“, ist die prompte Antwort.
Gertrud Ritter berichtet weiter. 1899 wird ein Teil des heutigen Gebäudes errichtet. Die zwei Klassenräume sind schnell zu klein. Die Zeche nimmt ihren Betrieb auf, und immer mehr Menschen kommen nach Datteln. Die Schülerzahl steigt rapide an und so wird angebaut.

Vieles, was danach passiert, hat Gertrud Ritter mit erlebt: „Ich bin hier zur Schule gegangen. Das war mein Klassenzimmer“. Im Zweiten Weltkrieg waren Soldaten in der Schule untergebracht, in den Bombennächten suchten die Meckinghover Schutz im Schulkeller, sagt sie.

Noch gibt‘s ein paar Jahreszahlen, dann ist man in der Gegenwart. Was passiert 2009? Da gehen die Hände in die Höhe. Dass die Horneburger Schule geschlossen wird und die Kinder aus dem Schlossdorf jetzt auch in Meckinghoven lernen, das wissen die Schüler. Von diesem Ereignis können sie später ihren Kindern und Enkeln erzählen. Aus erster Hand. Wie jetzt Gertrud Ritter.

Aus: Dattelner Morgenpost

Heimatverein

Aus dem historischen Backofen stammen Steinofen-Brot und Streuselkuchen, die Wilma Dördelmann, Ulrike Rolf und Ilse Weiring (v. li.) gestern beim Tag des offenen Denkmals am Hermann-Grochtmann-Museum anboten. Die musikalische Eröffnung des Festes übernahm der MGV 1862. Museumsleiterin Rosemarie Schloßer und Gertrud Ritter vom Heimatverein begrüßten die Gäste.

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200 Jahre sind ein stolzes Alter. Ein solcher Geburtstag sollte gebührend gefeiert werden. Das findet auch Museumsleiterin Rosemarie Schloßer. Deshalb verschiebt sie wegen der Ferienzeit die große Feier um zwei Monate. „Damit auch möglichst viele kommen.“

{mosimage}Am 18. Juli 1809 ist das Haus auf dem Dorfschultenhof, das heutige Hermann-Grochtmann-Museum, erbaut worden. Es steht auf dem ältesten Hofgrundstück Dattelns – und heute natürlich unter Denkmalschutz. „Davor gab's auf dem Gelände sicher verschiedene Gebäude, aber Fachwerkhäuser sind auch öfter mal abgebrannt“, sagt Rosemarie Schloßer. Der jetzige Dorfschultenhof ist ein dreischiffiges, typisch westfälisches Hallenhaus. 1911 erwarb die Gemeinde Datteln das große Grundstück, baute nebenan das heutige Rathaus. Das Fachwerkhaus fand eine neue Nutzung Schon 1927 gab's im Dorfschultenhof erste kulturgeschichtliche Sammlungen, 1936 wurde er offiziell städtisches Museum. Der Oberstudienrat und Heimatforscher Dr. Hermann Grochtmann hat sich um das Museum verdient gemacht. 1969 wurde es nach ihm benannt.

Nach mehrjähriger Renovierung 1988 öffnete das Museum in neuer Konzeption wieder. Der 18. Juli 1809 ist ein Datum, das im Kalender des Vereins für Orts- und Heimatkunde steht. Und so ließ es sich Vorsitzende Gertrud Ritter nicht nehmen, pünktlich zum Wiegenfest ein Geschenk zu überreichen. Eine Tafel mit einem Liedtext, der zu einem plattdeutschen Abend am 9. Juni 1937 im Dorfschultenhof einlädt. Geschrieben und vertont vom damaligen Musiklehrer des Gymnasiums, Karl Paar. Die ersten Zeilen kennt fast jeder ältere Dattelner: „Nu lott us no buten no Duorpschultenhuoff gohn, un use klein Suorgen ant Huse ganz lo‘n.“ Den kompletten Text hat Gertrud Ritter durch Zufall entdeckt. Was jetzt noch fehlt, ist die Melodie. Aber da forschen die Heimatfreunde weiter. Vielleicht erklingt zur Geburtstagsfeier dieses Ständchen. Das Fest ist übrigens am Tag des offenen Denkmals am 13. September. Fast pünktlich. Aber was sind schon zwei Monate in 200 Jahren?

200 Jahre Dorfschultenhof- Feier am Tag des offenen Denkmals, 13. September, ab 11 Uhr, rund ums Grochtmann-Museum.

Text und Bild: Dattelner Morgenpost

Fahrt

Wie schön die Natur vor der eigenen Haustür ist erfuhren 50 Dattelner Senioren bei einem Ausflug ins Sauerland - dem Land der tausend Berge.

"Da liegt so ein schönes Land vor unserer Tür und man fährt immer soweit...", meinte Gertrud Ritter, die Vorsitzen des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins. "Ich kam mir fast vor wie in der Schweiz." Schon die Fahrt war ein Erlebnis, denn der Busfahrer fuhr früh von der Autobahn ab und zuckelte langsam über Landstraßen - an der Lenne entlang. "Überall waren noch die Sturmschäden von Kyrill zu sehen, aber auch die neu angepflanzten Bäume fürs nächste Weihnachtsfest", sagte Gertrud Ritter. Holzwirtschaft ist eine Stärke des Sauerlands. Dass Getreide-Anbau nicht zu sauerländischen Stärken gehört, erfuhr die Gruppe in einem Ortsteil von Finnentrop mit dem eigentümlichen Namen Faulebutter. "Faulebutter steht in der örtlichen Mundart für faule Ernte, und deutet an, dass die Witterung im Sauerland oft zu kalt und zu feucht war, um das Getreide wirklich reifen zu lassen. Deshalb leben die Bauern heute dort zumeist von Vieh- und Milchwirtschaft", weiß Theo Beckmann, Heimatvereins-Mitglied und Vertreter der Grünen im Dattelner Stadtrat, zu berichten. Viel Wissenswertes über Land und Leute hatte auch Walter Klisch vom befreundeten Herdecker Heimatverein beizusteuern. Ebenfalls beeindruckend war der Zwischenstopp am Oberbecken eines Speicherkraftwerks zwischen Rönkhausen und Finnentrop. Dort wird in Zeiten schwacher Stromnachfrage Wasser hochgepumpt, um es bei Bedarf wieder zur Stromerzeugung nutzen zu können. "Eine sichere Riesenbatterie im Netz unserer komplizierten Stromversorgung", sagt Theo Beckmann.

Text und Bild: Dattelner Morgenpost