{mosimage}Gertrud Ritter ist Vorsitzende des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln und immer für eine Überraschung gut. So auch gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung im Hermann Grochtmann-Museum.

„Gereimt und gerahmt“ übergab sie der Leiterin des Museums, Rosemarie Schloßer, die Originalseiten eines Prologs zur ersten Wiedereröffnung des Museums nach dem Krieg im Jahr 1955.

Der Plattdeutsche Sprach- und Heimatvereins Datteln 1922 e.V. lädt zur Jahreshauptversammlung ein:
Mittwoch, 18. März 2009, 15:00 Uhr
Hermann- Grochtmann- Museum, Genthiner Strasse

Tagesordnung:
1.Eröffnung und Begrüßung
2. Feststellen der Stimmberechtigten
3.Verlesen des Protokolls der letzten Jahreshauptversammlung
4.Bericht über das vergangene Geschäftsjahr
5.Bericht des Kassenwarts
6.Bericht der Kassenprüfer
7.Aussprache über die Berichte
8.Entlastung des Vorstandes
9.Verschiedenes

Im Anschluss daran erzählt die ehemalige Lehrerin Frau Billig, Werne aus ihrem Buch „Spurensuche“ – Erinnerungen aus der Kindheit.

Der Plattdeutscher Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 e.V. zeigt am Sonntag, 1. Februar 2009, um 15 Uhr in der Stadthalle Datteln die plattdeutsche Komödie "De dubbelte Jochen". Das Gastspiel der Plattdeutschen Bühne Recklinghausen e.V sorgt sicher - wie gewohnt - für viel Kurzweil.

Der Inhalt:

Leiwe Fraulü, leiwe Mannslü!

Herzlich Willkommen zu unserem diesjährigen Saisonstück „De dubbelte Jochen“, einer Komödie von Jürgen Baumgarten.

Bauer Theo Kümpers hat Geldsorgen. Ein Kredit wird fällig und das Geld ist knapp. Also muss Land verkauft werden. Allerdings: irgendwo in Argentinien lebt sein Zwillingsbruder und Miterbe Jochen und der muss mit unterschreiben. Die Brüder haben wegen eines alten Streits schon lange keinen Kontakt mehr und Theo muss sich etwas einfallen lassen. Er beschließt, sich als Jochen auszugeben und die Unterschrift zu fälschen.

Mit von der Partie ist Theos alter Freund Siggi Klein, Bankfilialleiter a.D. und nicht ganz unschuldig an Theos Finanzmisere.

Die beiden inszenieren eine große Werbekampagne für die neu eröffnete Sommerpension. Theo lebt nach dem Motto „zurück zur Natur“ zwei Wochen lang im Wald, sozusagen als Eremit, und Siggi muss ihn dort zum Ende der Zeit vertreten, damit Theo als "Jochen" den Landverkauf besiegeln kann ...

Zum Glück hält Theos Ehefrau Lisa die Fäden fest in der Hand. Sie sorgt dafür, dass der echte Jochen pünktlich zum Notarterrnin nach Hause kommt und das Geschäft ordentlich abgewickelt werden kann.

Während Theo und Siggi vollauf mit ihrem Eremiten-Theater beschäftigt sind, versuchen die Notariatsgehilfin Frau Garbert und Frau Thiel, einziger Pensionsgast, einen klaren Kopf zu behalten, wenn „Jochen“ anscheinend doppelt existiert und nicht mehr zu erkennen ist, wer sich gerade wo aufhält.

Jochens Besuch ist bei weitem nicht so uneigennützig, wie es zunächst scheint.

Bis Lisa schließlich ein Machtwort spricht und jeder der drei Herren wieder selbst sein kann, erleben Sie zwei spannende plattdeutsche Theaterstunden, die ihnen die Akteure der Plattdeutschen Bühne Recklinghausen eV. mit
großem Einsatz und mitreißender Spielfreude bescheren.

Allen Freundinnen und Freunden der plattdeutschen Sprache wünschen wir gute Unterhaltung und viell Plaseer!

Im Namen der Akteure:
Ingeborg Sebbel 

{mosimage}Angelockt vom altehrwürdigen „Dattelner Sünte Klaos-Leedken“ – am Klavier begleitet von Musikschul-Chef Christoph Vatheuer und von den Besuchern kräftig in „Moderspraoke“ gesungen – ließ St. Nikolaus es sich nicht nehmen, bei der Adventsfeier des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln rein zu schauen. Bei Kaffee, Christstollen und leckeren Weihnachtsplätzchen aus der Hobby-Backstube von Mitglied Else Pennekamp war es in der Upkammer des Hermann Grochtmann-Museums so richtig schön gemütlich. Vereinschefin Gertrud Ritter, Eberhard Holz und Jürgen Rottmann trugen mit heiter-besinnlichen Geschichten und Gedichten zur Einstimmung auf das kommende Christfest bei. Da durfte auch ein Griff in die Schatztruhe Dattelner Autoren aus vergangenen Zeiten, wie etwa Änne Wachsmann und Wilhelm Prein, nicht fehlen. Maria Huxel und Lieselotte Gerich wussten Spannendes übers Brauchtum im Zusammenhang  mit Advent, St. Martin und St. Nikolaus bis hin zu Weihnachten. Und St. Nikolaus hatte bei seinem Besuch auch nicht den Knecht Rupprecht an seiner Seite, sondern den „Kiepenkerl“. Wie es sich bei einem Verein gehört, der sich stark macht für die Erhaltung überlieferten Brauchtums in der heutigen Zeit und das Geschichtsbewusstsein mit Focus auf die heimische Region, hatte der denn auch ein traditionelles Nikolaus-Geschenk für jeden Besucher dabei: Einen richtigen Stutenkerl. Sogar „mett’n Piepken dran“.

Bild:
Einen Stutenkerl „mett Piepken“ im Körbchen hatten St Nikolaus (Josef Weiring) und der Kiepenkerl (Eberhard Holz) bei der Adventsfeier des Heimatvereins nicht nur für die Vorsitzende Gertrud Ritter, sondern für alle. Angela Händler (nicht im Bild) half dem Nikolaus beim Verlesen der „guten Taten und kleinen Sünden“ von Verein und Vorstand auf die Sprünge.  

{mosimage}Traditionspflege wird beim Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein groß geschrieben, auch beim Neujahrsempfang. Seit 1982 wird zu diesem Anlass Eiserkuchen serviert, gebacken von Ilse Weiring. 
Passend dazu präsentierte Vorsitzende Gertrud Ritter eine nette Geschichte über einen alten Neujahrs-Brauch. Sie erzählte, wie die Familie zusammen saß, während Mutter den Eiserkuchen-Teig ins Waffeleisen füllte, das sie dann an zwei Stangen ins offene Feuer hielt. Und da unsere Vorfahren ohne die modernen Medien noch selbst für ihre Unterhaltung sorgen mussten, gehörte ein neckisches Ritual dazu. In das letzte Hörnchen packte die Bäckerin Leinenlappen zwischen die Teigschichten, und das machte das Gebäck zäh wie Leder. Wer ein solches Exemplar erwischte, der hatte Probleme beim Verzehr. Sehr zur (Schaden-)Freude der anderen.
Beim Empfang im Grochtmann-Museum konnten die Vereinsmitglieder jedoch angstfrei ins Hörnchen beißen. Für alle 230 Exemplare gab Ilse Weiring Entwarnung: „Die sind garantiert ohne Lappen.“ Danach gab‘s Bilder aus Dattelns Geschichte. Dr. Carlheinz Münnighoff präsentierte den aktuellen Kalender der Alten Apotheke mit historischen Stadtansichten.
Nach so viel Vergangenheit stand ein kurzer Blick in die Zukunft an. Gertrud Ritter stellte die Veranstaltungs-Höhepunkte 2009 vor. Am Sonntag, 1. Februar, lockt ein Gastspiel der Plattdeutschen Bühne in die Stadthalle. Ökumenischer Gottesdienst und Volksliedersingen stehen ebenso an wie Ausflüge. Zu einem geht‘s nach Münster-Wollbeck. Ziel ist ein ehemaliger Drostehof, der ein Museum zur Geschichte Westpreußens beherbergt. Zum anderen ist eine Fahrt ins Sauerland geplant, in die Gegend um Plettenberg. Ein interessantes Programm wartet auf die 120 Mitglieder des Vereins. Wenn es nach Gertrud Ritter geht, könnten es durchaus mehr sein. Sie möchte aktiv neue Mitglieder werben. Wer mehr über den Verein wissen möchte, kann sich mit ihr in Verbindung setzen.