Der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln hat die uralte Tradition des Schnadgangs wiederbelebt. In diesem Jahr geht es in Richtung der östlichen Grenze des Stadtgebiets zwischen Dortmund-Ems-Kanal, Losheide und Waltrop. Diesen Wegen und Flächen dort zwischen dem Schießstand am Hubertusweg und dem Gelände der Bogenschützen am Rande des Naturschutzgebiets Die Teipe statten die Dattelner nur selten einen Besuch ab. Deshalb lädt der Verein seine Mitglieder und alle interessierten Dattelner Bürger/innen ein, sich am 22. April 2017 um 14.30 Uhr am Hafenrestaurant zu treffen und sich dem Schnadgang anzuschließen. Der Rundweg ist etwa 4 km lang, die sich anschließende Einkehr soll den Nachmittag beenden.

Am Gründonnerstag, den 13. April 2017 findet um 15:00 Uhr in der Friedenskirche am Schiffshebewerk der ökumenische Gottesdienst zur Karwoche statt. Der Gottesdienst in plattdeutscher Sprache ist eine Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Waltrop. Er wird zelebriert von Pfarrer Hans Overkämping und Schifferpastor Horst Borrieß. Dazu laden wir herzlich ein.

Die Ausstellung „Made in Erkelenz“ zeigt bildende Künstler, die in Erkelenz tätig waren. Ihre Arbeiten sind überwiegend skulptural und der bevorzugte Werkstoff war zunächst Holz. Später weitet sich die Arbeit auf Stein, Metall und andere Materialien aus. Einer dieser Künstler war Peter Tillmanns; in seiner Werkstatt wurden ganze Kirchen im neugotischen Stil ausgstattet. Und eine seiner eindrucksvollen, heute noch bewunderten Arbeiten steht in St. Dominikus in Datteln-Meckinghoven.

Die bewegte Geschichte des Hochaltars aus der ehemaligen Dominikanerkirche wird in der Ausstellung nachgezeichnet: „Der Architekt Friedrich Schmidt (1825-1891) fertigte die Baupläne für die Dominikanerkirche St. Joseph in Düsseldorf im Jahr 1861 an. Er kam damals aus der Kölner Dombauhütte und wirkte später als Dombaumeister am Wiener Stephansdom. In der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges (1870-1871) und des Bismarck´schen Kulturkampfes kamen die Baumaßnahmen zum Erliegen. Erst in den Jahren um 1888/1890 wurde der Bau dann nach den Schmidt´schen Plänen unter der Bauleitung von Caspar Clemens Pickel (1847-1939) fertiggestellt. Während der Bau selbst den ursprünglichen Plänen folgte, musste die Innenausstattung aus Kostengründen schmaler ausgeführt werden. Zu den nicht umgesetzten Elementen gehörte damals auch der Hochaltar.

Die nicht ausgeführten Pläne wechselten den Besitzer und kamen später beim Bau der Dominikanerkirche St. Maria Viktoria in Berlin Mitte zum Einsatz. Für die Umsetzung des Altars beauftragte Pickel 1910 den Erkelenzer Bildhauer Peter Tillmanns. Obwohl Peter Tillmanns nie mit Friedrich Schmidt zusammengearbeitet hat, war er mit Sicherheit mit dessen Arbeit vertraut, denn auf Pläne von Schmidt geht auch der Altar in der Kirche von Erkelenz-Keyenberg zurück.

Doch wie kam der Altar von Berlin nach Datteln-Meckinghoven? Die Kirche in Berlin erlitt starke Schäden durch den U-Bahn-Bau, die 1938 zum Abriss der Kirche führten. Die gesamte Ausstattung sollte im Vechtaer Dominikanerkloster weiter verwendet werden. Aufgrund des drohenden Krieges und der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus musste dieser Plan aufgegeben werden. Das Kircheninventar aus Berlin war damit heimatlos. Im März 1940 begann dann der Transport des Hochaltars, der Kreuzwegfiguren, die ebenfalls von Tillmanns stammen, und vieler anderer Einrichtungsgegenstände nach Datteln-Meckinghoven. Schließlich konnte im Mai 1940 die alte Ausstattung an seinem neuen Ort wiedererstrahlen.“

Die Ausstellung ist zu sehen im Haus Spiess, Franziskanerplatz 10 in Erkelenz vom 18. März bis zum 16. April 2017. Der Eintritt ist frei.



Foto: P. Johannes Zabel OP, in Meckinghoven gebürtiger Dominikanerpater, und Theo Beckmann, Vorsitzender des Dattelner Sprach- und Heimatvereins, – hier vor dem Foto des Meckinghovener Hochaltars – zählten zu den Gästen des Erkelenzer Heimatvereins am Abend der Eröffnung der Ausstellung „Made in Erkelenz“.

„Frauen sind erst dann erfolgreich, wenn niemand mehr überrascht ist, dass sie erfolgreich sind.“ Mit diesem Zitat eröffnete Schulleiterin Regina Brautmeier die Lesung der Kultur-AG des Comenius-Gymnasiums auf Einladung des Heimatvereins im Reinhard-Lettmann-Haus. Die Jugendlichen hatten unter tätiger Mitwirkung von Referendarin Britta Szymczak eine Fotopräsentation vorbereitet, die die sehr unterschiedlichen Texte von Frauen als Heldinnen visuell begleitete.
Die Jugendlichen lenkten die Aufmerksamkeit auf verschiedene Frauenschicksale in unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen, u.a. auch auf Malala Yousafzai, der 2014 der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde. Sie ist die jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Nobelpreises und die mit Abstand jüngste in der Geschichte des Friedensnobelpreises. Als „Heldin der Bildung“, die in Pakistan für das Recht auf Bildung für Mädchen und Frauen kämpfte, fiel sie einem Anschlag der Taliban zum Opfer, unter dessen Folgen sie bis heute zu leiden hat.

Theodor Beckmann, Vorsitzender des Heimatvereins, bedankte sich für die Mitglieder bei den Jugendlichen mit den veröffentlichten Erinnerungen Dattelner Bürgerinnen und Bürger.
Der Kultur-AG war es ein Anliegen, auf die großartigen Leistungen ebenso hinzuweisen, wie auf die in vielen Ländern noch immer herrschende Gewalt gegen Frauen und Mädchen.



Foto: Svenja Kruber, Carolin Schäfer, Hannah Böckmann, Elisabeth Wiemann, Aaron Bathaeian, Viktoria Schefers mit Schulleiterin Regina Brautmeier

Jahreshauptversammlung des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins

von Norbet Schmitz, Dattelner Mogenpost, 18. März 2017

Heimat erleben, erkunden und Heimatgeschichte vermitteln sind die Beweggründe, warum sich Theo Beckmann im Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein engagiert. Vor drei Jahren hat er den Vorsitz von der kürzlich 90 Jahre alt gewordenen Gertrud Ritter übernommen.

Bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Reinhard-Lettmann-Haus wurde Theo Beckmann einstimmig zum Vorsitzenden für die nächsten drei Jahre wiedergewählt. Das gilt auch für Maria Huxel (stellv. Vorsitzende) und Angela Händler (Schriftführerin). Als Beisitzer zum Vorstand fungieren Wilma Dördelmann, Bruno Funcke und Margret Becker.

In seinem Geschäftsbericht blickte Theo Beckmann auf ein Jahr voller Aktivitäten zurück. Dazu gehörte, trotz schlechter Wetterbedingungen, der Schnatgang im Süden der Stadt. Ziel der Wanderer war die Lukasbrücke, die kurz zuvor unter Denkmalschutz gestellt worden war. Weitere Höhepunkte: Das Frühlingssingen mit Musikschulleiter Christoph Vatheuer im Heimatmuseum, verschiedene Ausflüge auch per Fahrrad wie etwa am Tag des Denkmals sowie Gedenken an die Pogromnacht im Rathaus und natürlich auch die Adventsfeier in der Friedenskirche am Hebewerk. Theo Beckmann erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das Gotteshaus als Kulturkirche erhalten bleibt.

Für dieses Jahr sind wieder eine Reihe von Veranstaltungen und Ausflüge vorgesehen. So der ökumenische Gottesdienst zur Karwoche in plattdeutscher Sprache am Gründonnerstag, der Schnatgang entlang des Datteln-Hamm-Kanals am 22. April, eine Fahrt zum Gertrudisstift nach Rheine am 27. Mai verbunden mit einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Amandus-Pfarrer Martin Limberg, eine weitere Fahrt zum „Früchteteppich“ nach Langenbochum am 4. Oktober, aber auch eine Diskussion mit drei Ratsmitgliedern mit Migrationshintergrund zum Thema „Heimat finden“ am 7. Juni im Hermann-Grochtmann-Museum.

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung begrüßte Theo Beckmann Schülerinnen und Schüler der Kultur AG des Comenius-Gymnasiums, die Texte anläßlich des Weltfrauentages vortrugen.



Foto: Der Vorstand des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins (v. li.): Wilma Dördelmann, Angela Händler, Maria Huxel, Theo Beckmann und Margret Becker. (Foto: Norbert Schmitz)