Von der stimmungsvollen Atmosphäre des vorweihnachtlichen Xanten haben sich die Mitglieder des Dattelner Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins verzaubern lassen. Ohne Hektik und Drängelei konnten sie auf dem alten Marktplatz an den zahlreichen Hütten und Büdchen entlang schlendern und kleine Weihnachtseinkäufe tätigen. Und vor dem Rundgang über den beschaulichen Weihnachtsmarkt mit seinen vielen kleinen Überraschungen und dem hellen Schein der unzähligen Lämpchen hatten Frau Maas (auf dem Foto rechts) und Frau Peters von der Xantener Tourist-Information die interessierten Gäste aus Datteln eine Stunde lang durch den prächtigen Sankt-Viktor-Dom geführt und sie mit der wechselvollen Geschichte der gotischen Kirche und einigen Kunstschätzen des Gotteshauses vertraut gemacht. Dabei standen die noch aus römischer Zeit stammende Krypta mit den Gebeinen der heiligen Märtyrer, das Chorgestühl der Kanoniker mit seinen 400 Jahre alte Wandteppichen, der mit Blattgold reich verzierte Hochaltar und der aus Eichenholz geschnitzte Marienaltar aus dem Jahre 1536 im Zentrum der Aufmerkamkeit. Abgerundet wurde der Nachmittag mit einer Einkehr in einem der vielen kleinen Cafes am historischen Marktplatz: dort ließen es sich die Teilnehmer der Fahrt bei Kaffee und Kuchen gut gehen.


Foto: Frau Maas (rechts) erläutert einer Gruppe interessierter Gäste aus Datteln die Geschichte des Xantener Domes.

Auf dem großen Marktplatz vor dem Sankt-Viktor-Dom zieht der stimmungsvolle Xantener Weihnachtsmarkt jedes Jahr Einheimische und Auswärtige in seinen Bann. In der diesjährigen Vorweihnachtszeit möchte der Dattelner Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein seine Mitglieder in den mittelalterlichen Stadtkern Xantens entführen, um die besondere Atmosphäre dieses Marktes im Schatten des mächtigen Domes und des historischen Rathauses zu genießen. Die Fahrt startet am 7. Dezember 2016 um 13 Uhr am Neumarkt, 13:15 Uhr in Horneburg. In Xanten können sich die Teilnehmer der Fahrt neben dem Besuch der zahlreichen „Büdchen“ auch auf eine Domführung und einen Cafébesuch freuen. Rückfahrt ab Xanten: gegen 18 Uhr.

Einige wenige Plätze für die Fahrt gibt es noch beim Vereinsvorsitzenden Theodor Beckmann: Tel. 02363/65852.

An der Demokratie arbeiten
Stefan Huxel, Dattelner Morgenpost, 10.11.2016

DATTELN. Es war die Nacht des 9. November 1938, als die Nationalsozialisten in Deutschland Synagogen und Geschäfte von Juden demolierten oder anzündeten, 1 400 Menschen starben. In Folge dieser Pogromnacht wurden auch die 33 Dattelner Juden Opfer der Verfolgung. Im Rathaus wurde gestern Abend an die Gräueltaten erinnert.

Seit Beginn diesen Jahres hat es bundesweit 800 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben, sagte Bürgermeister André Dora und fragte: „Haben die Deutschen aus der Geschichte nichts gelernt?“. Umso wichtiger sei es, an die Ereignisse in der Vergangenheit zu erinnern.

Denn es beginne, wie im US-Präsidentschaftswahlkampf geschehen, mit „Worten, mit denen man auch schießen kann“, so Dora – und so Ängste geschürt würden. Kritik an Politik und Verwaltung sei unverzichtbar. Dora fordert: „Es ist wichtig, dass wir uns engagieren, dass wir jeden Tag an unserer Demokratie arbeiten.“ Wehret den Anfängen.

Vor 78 Jahren litten auch die 33 Dattelner Juden unter der Verfolgung. „Das öffentliche Leben der Juden kam nach dem Pogrom völlig zum Erliegen“, berichtete Heimatverein-Vorsitzender Theodor Beckmann. Sie gaben ihre Geschäfte auf, flüchteten oder wurden deportiert und ermordet. Nicht ein Jude lebt heute in Datteln.

Lediglich zwei Gedenktafeln vor dem Sitzungssaal im Rathaus erinnern an die Jüdische Gemeinde (1814-1942). Schüler der Klasse 9 a des Comenius-Gymnasiums lasen Berichte von Kindern vor, was sie gesehen und wie sie die Nacht des 9. November 1938 erlebt hatten. Dabei spannten die Schüler den Bogen zu aktuellen Ereignissen, dass fremdenfeindliche Äußerungen wieder gesellschaftsfähig werden und Flüchtlingsheime brennen.



Bildunterschrift: Theodor Beckmann, Vorsitzender des Heimatvereins, gedachte der 33 Dattelner Juden, die von den Nazis verfolgt wurden. Im Hintergrund (rechts) hängen die zwei Gedenktafeln an die ehemalige jüdische Gemeinde. (Foto: Stefan Huxel)

Das letzte Objekt, das in die Denkmalliste der Stadt Datteln eingetragen wurde, ist die Lukasbrucke. Sie war deshalb auch eines der Ziele der Radtour, die gemeinsam von VHS, Planungsamt der Stadt Datteln, Straßen NRW und Heimatverein am Sonntag, dem Internationalen Denkmaltag, angesteuert wurden. Die unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dora gestartete und von Rolf Bierwirth, Reiner Spotke, Rosemarie Schloßer und Theo Beckmann geführte Fahrt zeigte den interessierten Teilnehmern der 20 km langen Rundtour die Vielfalt Dattelner Denkmäler auf. Neben dem technischen Brückendenkmal im Dattelner Süden gab es Erläuterungen zu zwei geschützten Kirchenbauten (Alte Kirche Horneburg, St. Dominikus Meckinghoven) und zu einem schutzwürdigen Bodendenkmal an der Stadtgrenze zu Rapen (die Fundamente des alten Adelssitzes Haus Gutacker). Den Abschluss fand die Fahrt im alten Hebewerk Henrichenburg mit einem Besuch des 1909 gebauten Museumsschiffs „Willi“, das während des Denkmaltages dort ankerte.

Dattelner Heimatfreunde sind beeindruckt von der Neugestaltung des weiträumigen Zechengeländes Schlägel & Eisen 3/4/7 in Herten-Langenbochum

Trotz des bescheidenen Wetters machte sich am Sonntag eine Gruppe von Heimatfreunden auf ihren Rädern in regenfester Kleidung auf den Weg in Richtung Herten. In Westerholt erkundeten sie die alte Freiheit, ein malerisch anschauendes Ensemble aus etwa 60 gut erhaltenen Fachwerkhäusern im Schatten des mächtigen Schlossgebäudes. In Langenbochum trafen die Teilnehmer der Fahrt auf das Gelände der ehemaligen Schachtanlage Schlägel und Eisen, das jüngst saniert und neu entwickelt und erschlossen wurde. Beim Blick von der Ausssichtsplattform (Foto) konnte ihnen das etwa 19 ha große Areal einen guten Eindruck davon vermitteln, wie es den Machern gelungen ist, ein neues Gewerbegebiet mit Modellcharakter entstehen zu lassen. Bei der Sanierung der Industriebrache haben sie darauf geachtet, eine ausgewogene Mischung zwischen der Nutzung bestehender Werksgebäude, der Schaffung von vermarktbaren Gewerbeflächen und von Angeboten für Freizeit- und Grünflächen herzustellen. Einen besonders guten Eindruck hinterließ die in diesem Jahr endlich fertiggestellte Radwegverbindung zwischen Westerholt und Recklinghausen: auf der alten Zechenbahntrasse ging es in freier Fahrt zurück Richtung Heimat.