Werke zum Schmunzeln

Rainer Schepper las beim Heimatverein aus Augustin Wibbelts Lyrik

von Norbert Schmitz, Dattelner Morgenpost vom 7. Juli 2017

DATTELN Das war ein Nachmittag, der ganz und gar den Geschmack von Freunden

der plattdeutschen Mundart traf.

Der Heimatverein hatte am Mittwoch mit Rainer Schepper nicht nur einen

fundierten Kenner des Plattdeutschen eingeladen, sondern auch gleichzeitig

einen Experten, der sich mit Leben und Werken von Augustin Wibbelt (1862-1947)

intensiv beschäftigt hat.

„Wibbelt zählt zu den größten niederdeutschen Lyrikern. Seine Werke sind

menschlich und ethisch aktuell geblieben“, führte der Referent zu Beginn der

Veranstaltung im Etienne-Bach-Haus aus, bevor er mit seiner Rezitation,

teilweise auch in hochdeutsch, begann, Der 90-jährige Rainer Schepper hat

Augustin Wibbelt noch prsönlich kennengelernt, was er als ein großes Glück

bezeichnet. Der Münsteraner besitzt einen großen Teil des Nachlasses von

Augustin Wibbelt und veröffentlichte zahlreiche Werke des Dichters und

katholischen Priesters in textkritischen Ausgaben.

Schepper beeindruckte seine Zuhörer mit frei vorgetragenen Gedichten, las mit

fester Stimme aber auch längere Beiträge Wibbelts vor, in denen er sich unter

anderem mit Sexualität und Moral im Jahre 1925 auseinandersetzte. Im

Mittelpunkt standen jedoch die plattdeutschen Werke, die sowohl zum Schmunzeln

als auch zum Nachdenken anregen. Wibbelt hatte seine Mitmenschen genau

beobachtet, ihnen nicht nur „aufs Maul“ geschaut und ihr Verhalten wie in dem

Buch „Drüke Möhne“ niedergeschrieben.

Rainer Schepper hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten in Westfalen einen

Namen als Autor und Rezitator des Plattdeutschen erworben, Zurecht, wie man am

Mittwochnachmittag in Datteln feststellen konnte.

Aus Werken des wohl bekanntesten niederdeutschen Lyrikers Augustin Wibbelt

rezitierte Rainer Schepper (l.) auf Einladung des Heimatvereins. (Foto:

Norbert Schmitz)