Plattdeutscher Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 e.V.

„Im Advent“

am 10.12.2025 um 15 Uhr im Dachsaal des Dorfschultenhofes

Paul Reding, Bildhauer, Maler und Schriftsteller aus Waltrop, wird am Mittwoch, 10.12.2025 um 15 Uhr zu Gast sein bei der vorweihnachtlichen Feier des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln 1922 e.V im Dachsaal des Dorfschultenhofes, Genthiner Straße 7. Auch in diesem Jahr hat Paul Reding eine Weihnachtsgeschichte geschrieben, die er den Mitgliedern und Gästen des Vereins vorlesen wird. Mit seinen besinnlichen und humorigen Gedichten, umrahmt von den Liedern und plattdeutschen Gedichten der Vorweihnachtszeit, wird er die Feier gestalten. Im Laufe des Nachmittags stößt dann der Offene Singekreis mit Irina Tseytlina, der Kantorin der Lutherkirche, dazu und wir singen gemeinsam Weihnachtslieder.

Verleihung des Dattelner Heimat-Preises 2025

Angeregt durch den Vorsitzenden des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins hatte der Rat im Frühjahr beschlossen, in diesem Jahr zum ersten Mal den NRW-Heimat-Preis auch für Datteln zu verleihen. Im September hatte der Verein der Jury drei Initiativen mit heimatkundlichem Charakter vorgeschlagen. Am Mittwoch Abend (26.11.) konnten die drei Preisträger ihre Auszeichnungen entgegen nehmen.

Den 1. Preis erhielt der Heimatausschuss des Bürgerschützenvereins Horneburg: Er hatte im Mai 2025 die vierte Ausgabe der Horneburger Blätter herausgebracht. Damit haben die Dorfarchivare historische Quellen, Dokumente und Forschungsergebnisse des Archivs über die Zeit von 1933 bis 1945 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So leisten sie einen wertvollen Beitrag, um die Vergangenheit ins Bewusstsein zu rücken und Denkanstöße für die Gegenwart zu geben.

Den zweiten Preis teilten sich zwei Initiativen, die auf den Spuren der Stolpersteine nach Spuren jüdischen Lebens in Datteln suchten. Am Anne-Frank-Aktionstag, dem 12. Juni 2025, waren Schülerinnen und Schüler der Wolfhelmschule in die Innenstadt gekommen: sie hatten im Unterricht erfahren, dass vor hundert Jahren mehrere jüdische Familien in Datteln lebten. Nun wollten sie mit eigenen Augen sehen, wo die jüdischen Familien gewohnt und gearbeitet hatten. Die 14- bis 16-jährigen Mädchen und Jungen lauschten aufmerksam den grausamen und traurigen Geschichten.

Bereits im Januar 2025 organisierten Schülerinnen und Schüler des Comenius-Gymnasiums für vierte Klassen der Gustav-Adolf-Grundschule einen Spaziergang zu sechs Stolpersteinen-Standorten der Stadt. Vor Ort wurden die Grundschülerinnen und -schüler von Oberstufen-Schülerinnen und Schülern der Stufe Q2 des Comenius-Gymnasiums empfangen. Die hatten kurze Vorträge vorbereitet, um den Jüngeren die Menschen hinter den kleinen Gedenktafeln näherzubringen.

Adventsbasar in Datteln-Hagem

am 16. November 2025 von 12 bis 18 Uhr auf Hof Beckmann, Hagemer Kirchweg 95

Auch in diesem Jahr richtet der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein am Sonntag, 16. November 2025, einen prächtigen Weihnachtsmarkt aus. Die geschmackvoll geschmückten Tenne des Hofgebäudes Hagemer Kirchweg 95 ist in eine romantische Weihnachtsstimmung gehüllt. Von 12 bis 18 Uhr werden die Marmeladen und Deko-Artikel der Schüler-Werkstatt der Raoul-Wallenberg-Schule („Aus Alt wird Neu“), schmucke Adventsgestecke und -kränze und mehrere weihnachtliche Stände mit vielen kleinen Geschenkideen angeboten und Groß und Klein mit Kleinigkeiten viel Freude schenken. Bei Kaffee und Kuchen, Waffeln und Grillwürstchen werden die Besucherinnen und Besucher auf das Weihnachtsfest eingestimmt.

Warum das Bier (beinahe) aus Dortmund verschwand

Eine kleine, aber erlesene Gruppe lauschte in dieser Woche dem Vortrag des Vorsitzenden des Evinger Geschichtsvereins Wolfgang Skorvanek. Er führte uns durch die Geschichte des vermutlich ältesten alkoholhaltigen Getränks und erzählte uns alles Wissenswerte über die Erfindung des Biers vor rund 7.500 Jahren bis zur Frage, warum heute immer weniger davon getrunken wird. Dabei ging es nicht nur um das Reinheitsgebot: Bier stand in seinen unterschiedlichsten Formen schon immer unter staatlicher Aufsicht. Bereits im alten Babylon gab es vor 4.000 Jahren harte Strafen für Bierpanscher – sie sollten in ihren eigenen Fässern ertränkt oder so lange mit Bier übergossen werden, bis sie erstickten.

Im Mittelalter wurde fast überall Grutbier gebraut – eine hustensaftähnliche, klebrige Flüssigkeit, hergestellt aus allem, was die Natur hergab. Später setzte sich das Hopfenbier durch, das zunächst überwiegend von Frauen gebraut wurde, die oftmals unter dem besonderen Schutz der Stadt standen.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erholten sich die meisten Brauereien mit dem Wiederaufstieg der Kohle- und Stahlindustrie – und Dortmund wurde zu einer weltweit bedeutenden Bierstadt. Doch seit Mitte der 1960er Jahre begann der Niedergang. Die Dortmunder Brauereien verloren an Bedeutung; heute existieren in Dortmund nur noch zwei Brauunternehmen.

Rettung der Gedenktafeln

Heute hatten der neue Ortsheimatpfleger Kevin Nikodem und der Heimatvereinsvorsitzende Theodor Beckmann ihren ersten gemeinsamen Auftritt: die Rettung der historischen Gedenktafeln aus der entwidmeten Josefkirche mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Söhnen der Hagemer Kirchengemeinde.

Als die Katholische Kirchengemeinde St. Amandus vor einigen Wochen kein Interesse am Erhalt dieser Tafeln gezeigt hatte, waren sich die beiden Heimatforscher sofort darin einig: diese beiden Tafeln mit den 92 Namen bekannter Hagemer Familien müssen unbedingt vor der endgültigen Zerstörung und dem Bauschutt gerettet werden.

Mit sieben starken Männern, unter ihnen der gelernte Steinmetz Andreas Rüttershoff, wurden die schweren Gedenktafeln aus belgischem Granit fachmännisch aus ihrer Verankerung gehoben, aus der Kirche getragen und auf einen Hänger verladen. Sie wurden erst einmal sicher eingelagert, in aller Ruhe kann dann in den nächsten Monaten über einen neuen Standort für diese Tafeln nachgedacht werden.