Aktuelles

  • Mosel, Saar, Ruwer

    Plattdeutscher Sprach- und Heimatverein Datteln besucht den Südwesten Deutschlands.

    Dr. Markus Warncke, Direktor des Bereichs Finanzen bei Villeroy & Boch, hatte die Mitglieder des Dattelner Heimatvereins eingeladen, seiner neuen Wahlheimat Mettlach einen Besuch abzustatten. Der gebürtige Dattelner, der seine Kindheit und Jugend an der Böckenheckstraße verlebte, empfing die Gäste aus der alten Heimat im Erlebniszentrum des weltbekannten Unternehmens bei Kartoffelsuppe und Waffeln.

    Zuvor hatten die Besucher die Möglichkeit genutzt, sich im Mettlacher Zweigwerk umfassend über die Geheimnisse die Sanitärproduktion zu informieren – über das Mischen der Rohstoffe, über das Formen der Badezimmerkeramik, über den Trocknungsprozess, über die Glasur und über den Brennvorgang. Alle zeigten sich überrascht über den großen Schwund eines Produkts während des Fertigungsprozesses: aus der Brennkammer kommen die einzelnen Teile nämlich 12 % kleiner heraus als sie anfangs geformt werden.

    Natürlich durfte anschlie0end ein Besuch im Verkaufsraum der Firma nicht fehlen, die sich nicht nur mit ihrer Sanitär- und Fliesenproduktion einen klangvollen Namen gemacht hat, sondern auch für ihr wertvolles Porzellan gerühmt wird.

    Im Beiprogramm der viertägigen Fahrt stand eine Schifffahrt auf der Saarschleife, ein Abstecher in das wunderschöne Saarburg mit seinem 18 Meter tiefem Wasserfall mitten im Ortskern und der Besuch der alten Römerstadt Trier. Eine zweistündige Stadtrundfahrt führte die Reisegruppe nicht nur zur Porta Nigra, ins Amphitheater und in die Konstantinsbasilika, sondern auch in die Weinberge vor den Toren der Stadt.

    Nachdem auf der Rückfahrt noch das kleine Städtchen Bad Münstereifel angesteuert worden war, sagte Gertrud Ritter, die Vorsitzende des Vereins, zum Abschluss: „Wir haben auf dieser Fahrt so viele schöne Dinge gesehen, für die vor allem älteren Teilnehmer sei es aber nie zu anstrengend geworden, weil sich alle Programmpunkte in Ruhe und ohne zeitliche Hektik aneinander reihten.“

  • Heimatverein besucht Lippe-Ausstellung auf der „Ostara“

    Ausflug Ostara

    „7000 Jahre Freunde und Feinde“. So ungefähr 220 Kilometer lang ist die Lippe, und damit der längste Fluss in NRW. „So ungefähr“, weil das so ganz genau nicht feststellbar ist. Auch von Rosemarie Schloßer nicht, der Chefin des Hermann Grochtmann-Museums in Datteln. Dort ist der kleinere, aber versicherungstechnisch wertvollere, Teil der Wanderausstellung „Mensch und Fluss, die Lippe, 7000 Jahre Freunde und Feinde“ derzeit untergebracht.

    Der andere Teil der, von Kurator Dr. Georg Eggenstein für den LWL zusammengestellten Schau, ist im Bauch des historischen Schleppkahns „Ostara“ im Schleusenpark Henrichenburg zu sehen. Dass „Ostara“ die römische Göttin der Morgensonne war, das verschloss sich den Mitgliedern des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln, die nach früherer Besichtigung der Exponate im HGM, jetzt das Bild komplettieren wollten. Als sie mit der Vorsitzenden, Gertrud Ritter, an der Spitze am Tag vor Fronleichnam das Ausstellungsschiff besuchten, schüttete es von oben wie aus Kübeln. Was Rosemarie Schlosser zu der ermutigenden Aussage verleitete, Heimatkunde sei eben keine Hallensportart. Der heimische Fluss, der gleich hinter Datteln vorbei fließt, die nördliche Grenze des „Reviers“ bildet, und alles, was „achter de Lipp‘“ liegt, ins Münsterland verbannt, erwies sich auch im ehemaligen Laderaum der „Ostara“ als spannendes Thema. Scheint es auf den ersten Blick heute so, als sei die Lippe nur noch ein friedlicher Fluss, der der idyllischen Lippeaue den Namen und inzwischen – nach etlichen Jahrzehnten des üblen Missbrauchs durch häufig ungeklärte Abwassereinleitungen – dem einen oder anderen Edelfisch wieder eine Heimat gibt, so ist ihre Bedeutung nach wie vor enorm. Zum Beispiel bei der Regulierung der Wasserstände in den vier künstlichen Wasserstraßen, die Datteln zum größten Kanalknotenpunkt der Welt gemacht haben. Die Lippe hatte für die Menschen zu allen Zeiten wichtige Funktionen. Sie war in 7000 Jahren Fischerei-Revier, Verkehrsweg, Grenze, Kultplatz, militärische Befestigung sowohl bei den Römern in vorchristlicher Zeit als auch zur Franzosenbesatzung in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Mühlen standen an ihren Ufern wie etwa die Papiermühle nahe Haus Vogelsang am ehemaligen Lippewehr an den Stromschnellen in Ahsen. Als Energiequelle wurde sie genutzt. Städte wie Hamm, Kamen, Werne, Lünen, Haltern und Dorsten gingen aus Lippe-Siedlungen hervor. Auch Datteln hat mit dem ehemaligen Fischer- und Schifferdorf Ahsen einen direkten Lippezugang.

    Text und Fotos: HJR

    Ausflug

    Ausfluf Ostara

  • Jahresbericht voller Höhepunkte

    Versammlung Heimatverein

    Bleibt noch im Amt: Die Führungsriege des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln (v. li.) Heinz Kortmann, Ursula Ernesti, Maria Huxel, Werner Oberhag, Gertrud Ritter, Bruno Funke, Angela Händler, Theo Beckmann, Eberhard Holz. Der hl. Johannes der Täufer (vorn re.) gehört nicht zum Vorstand, sondern zur Lippe-Ausstellung „Mensch und Fluss – 7000 Jahre Freunde und Feinde“. Foto: Rottmann

    Wahlen gab es keine in der Jahreshauptversammlung des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln. Dennoch war durchgesickert, dass „das Gesicht des Vereins“, Gertrud Ritter, in Erwägung gezogen habe, ihr Amt zur Verfügung zu stellen. Nach Jahrzehnten, in denen sie den Verein geprägt hat. Nun, die private Familienforschung muss noch warten.

    Gertrud Ritter macht beim Heimatverein weiter. Zumindest so lange der designierte Nachfolger Theo Beckmann noch voll berufstätig ist. Gertrud Ritter: „ Ich habe zuverlässige Leute im Vorstand um mich rum, die mich bekniet haben, weiter zu machen und die mir viel Arbeit abnehmen.“ Da war es für die Kassenprüfer Ursula Ernesti und Heinz Horstmann Formsache, die Kassenführung durch Maria Huxel und Gertrud Ritter mit einem Häkchen zu versehen und die einstimmige Entlastung zu erreichen.

    Der Jahresbericht 2010 erinnerte an Höhepunkte wie die Landesgartenschau in Hemer und den Besuch in der Arena „Auf Schalke“. Gertrud Ritter ist im Übrigen seitdem bekennender S 04-Fan. Eie neue Hinweistafel am historischen Wanderweg am Schiffshebewerk, bunte informative Veranstaltungen im Zeichen der „Schachtzeichen“ sind bestens angekommen. Dr. Uli Grochtmann referierte im Museum, das den Namen seines Vaters trägt. Anlass war der 65. Jahrestag des Bombenangriffs auf Datteln am 9. März 1945. Dr. Carheinz Münnighoff überzeugte als Kalendermacher, Kräutertee-Experte und Safari- Erzähler. Ein Spaziergang am 9. November auf den Spuren jüdischen Lebens in Datteln brachte die Idee, auch in Datteln „Stolpersteine“ zurn Gedenken an jüdische Mitbürger zu verlegen. Beliebt die ökumenischen Gottesdienste in Platt und Hochdeutsch. Schöne Erfolge auch das offene Singen in der Stadthalle mit Christoph Vatheuer und die Weihnachtsfeier mit Paul Reding aus Waltrop und dem neuen St. Amandus-Chef, Pfarrer Martin Limberg.

    Höhepunkt des Jahresprogramms 2011: „Drei Tage in Mettlach an der Saarschleife und in Trier“ mit Schifffahrt, Besichtigungen bei Villeroy & Boch mit dem gebürtigen Dattelner Dr. Markus Warnke aus der Geschäftsleitung des Porzellanherstellers, und in Trier vom 25. bis 28. Juli. „Plattdütsk wird es in St. Dominikus zum Erntedank. Mit dem Rad geht es zum Kanal und zur Ausstellung „Mensch und Fluss – 7000 Jahre Freunde und Feinde“ auf die „Ostara“ ins Industriemuseum Schiffshebewerk. „Den kleineren und feineren Teil der Schau über die Lippe, den längsten Fluss in NRW“, präsentierte Museums-Chefin Rosemarie Schloßer den Versammlungsteilnehmern im Hermann Grochtmann-Museum. Zur Stadion-Besichtigung geht es in den Signal Iduna Park nach Dortmund. U. a. ein Balladenabend, die Gedenkfeier zur Pogromnacht und ein Besuch beim ATAD zur Ruhrpott-Komödie „Freunde der italienischen Oper“ von Siggi Dohmke in der Stadthalle Datteln runden das Programm ab. Ein Versuch, den Rest der Bergmannssiedlung Becklemer Weg unter Denkmalschutz zu stellen, sei leider gescheitert, bedauerte Gertud Ritter im Schlusswort.

  • Ökumenischer Gottesdienst zur Karwoche

    Gründonnerstag

    Volles Haus in der Friedenskirche

    Über ein volles Haus freuen durften sich der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln und der Heimatverein Waltrop beim sowohl ökumenischen als auch plattdeutschen Gottesdienst am Nachmittag des Gründonnerstag in der Friedenskirche am Schiffshebewerk.

    Die gemeinsame Aktion ist auf dem besten Wege, eine schöne Tradition zu werden. Gertrud Ritter und Maria Huxel aus Datteln, so wie Elisabeth Heckmann aus Waltrop starteten mit Versen, die die Karwoche zum Thema hatten. Pfarrer Hans Overkämping und sein evangelischer Amtsbruder, Schifferpastor und Friedenskirchen-Hausherr Horst Borrieß trugen diesmal schon rein äußerlich die Ökumene in die Gemeinde. Beide hatten das weiße Gewand und die Regenbogen- Stola gewählt. Die beiden beliebten Geistlichen erschöpften sich natürlich nicht in solcherlei Äußerlichkeiten.

    Ausgehend von der Tageslesung, die Horst Borrieß interpretierte, stellte Hans Overkämping in seiner mit Beifall aufgenommenen _place_holder; Predigt unter dem Motto „Schnee van gissen?“ Fragen und gab Antworten, die Verhältnisse im nahen Osten betreffend. Was Ägypten zur Zeit Jesu darstellte, ist dem Libyen von heute gar nicht einmal so fern… Auch nicht, wenn man so ein Thema – heiß wie der Wüstensand in dem es spielt - „opp Platt“ behandelt. Die Brisanz bleibt…

    Gertrud Ritter, Elisabeth Heckmann, Eberhard Holz, Josef Weiring und Jürgen Rottmann trugen plattdeutsche Fürbitten zum Altar. Magdalene Dördelmann hatte an der Orgel den musikalischen Part übernommen. _place_holder; Das Fazit von Hans Overkämping und Horst Borrieß: „Solang wie noch op usse Föit hier hen kuommen könnt, sallt wi dat so widder maken.“ Vor allem etliche Waltroper Heimatfreunde hatten das schon beherzigt und waren per pedes durch Oberwiese zur kleinen, aber feinen Schifferkirche an der Grenze der beiden Nachbarstädte gekommen. _place_holder;

    Kirche Gründonnerstag

    Horst Borrieß (re.) und Hans Overkämping im Ökumene-Partnerlook

    Text und Fotos: Rottmann

  • Pfarrer-Ecke-Gedenkfeier

    gedenkfeier pfarrer ecke

    90 Jahre waren fast wie weggeblasen. In der Feierstunde des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins war noch einmal die Predigt des Pfarrers lic. Karl Ecke zu hören, die der Seelsorger zur Weihe der Kirche am Schiffshebewerk gehalten hat. In der voll besetzten Kirche waren auch Zeitzeugen, die von Pfarrer Ecke getauft oder konfirmiert worden sind.

    „Manchmal“, so hatte er gesagt, „war mir so, als könne ich in diesen kleinen Kirchen als Prediger mehr aus mir herausgehen, als käme ich den Zuhörern näher.“ Das war am vierten Advent 1949, nach Zerstörung und Wiederaufbau. 21 Monate vor dem 50. Geburtstag des „Tempels“, der heute nach 110 Jahren, mit Schifferpastor Horst Borrieß als Schifferkirche, gediegener Begegnungsraum und Mittelpunkt der Ökumene eine beliebte Adresse im Dattelner Süden ist. „Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt“ hatte Ecke damals den ersten Korintherbrief und das Buch des Propheten Haggai zitiert.

    In der voll besetzten Kirche waren auch Zeitzeugen, die von Pfarrer Ecke getauft oder konfirmiert worden sind. Und „Nachbarjunge“ von der Pevelingstraße, Josef Weiring. Weiring ist Jahrgang 1928, ist zwar katholisch, „aber das machte nichts, wir waren ungefähr 20 Kinder in der Nachbarschaft. Pastor Eckes drei Söhne waren auch dabei und haben mitgespielt. Die Nachbarskinder haben auf dem Schulweg auch die zerstörten Geschäfte der Dattelner Juden und die kleine brennende Synagoge an der Marktstraße mit ansehen müssen. Nach der Pogrom-Nacht 1939. Der „Jupp“ war elf. Weiring wusste auch zu erzählen vom Polizeihauptkommissar Paepke, der von Pfarrer Eckes bevorstehender Verhaftung wusste, und seinen Nachbarn rechtzeitig warnte.

    Emmi Böcking war Karl Eckes erster Täufling in Datteln. Sie ließ Grüße schicken. Irmgard Brand erinnerte sich an ihre Konfirmation 1936. Auch die Vorsitzende des Heimatvereins, Gertrud Ritter, hat persönliche Erinnerungen an ihn aus Kindheit und Jugend.

    Horst Borrieß und Karl Buskies würdigten Karl Ecke als total musischen Menschen, der das absolute Gehör und die Gabe zum Dichten und Komponieren gehabt habe. Kirchenlieder stammen aus seiner Feder. 38 sind in der Sammlung „Deutsche Harfe“ 1947 gedruckt erschienen. Besonders gern habe er stets sein Lied „Jesu, geh voran“ gesungen. Als leidenschaftlicher Waldhornbläser gründete Karl Ecke den ersten Dattelner Posauenchor. Das Mitglied der bekennenden Kirche ist auch Gründer der Volksmission. Tenor Heinz Gregel aus Oer-Erkenschwick erfreute mit Ecke- Liedern. Vize-Bürgermeisterin Brunhilde Magerstedt erwies dem Menschen Karl Ecke ihre Referenz und Theo Beckman las Zeitungsartikel über die Beisetzung des Pfarrers, der von 1921 bis 1952 in Datteln wirkte und Spuren hinterließ. Bis heute.

    Bildtext:
    Bewegende Feierstunde zur Erinnerung an die Einführung von Pfarrer lic. Karl Ecke vor 90 Jahren in der voll besetzten Friedenskirche (v. li.) Josef Weiring, Theo Beckmann, Gertrud Ritter, Brunhilde Magerstedt (mit Konterfei von Pfarrer Ecke), Horst Borrieß, Heinz Gregel, Norbert Frey (Heimatverein Waltrop) und Karl Buskies. Foto: Rottmann.

  • Stimmungsvolle Weihnachtsfeier

    Weihnachtsfeier

    Gertrud Ritter, Vorsitzende des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln, überreicht einen Komplettsatz „Dattelner Hefte“ an Pfarrer Martin Limberg (Bild links). Paul Reding aus Waltrop liest beim Dattelner Heimatverein seine neue Weihnachtsgeschichte „Eben war noch Volkszählung in der Stadt B.“ (Bild rechts). Fotos: Rottmann

    Nein, zu den „böhmischen Dörfern“ zählte Datteln nicht für den geistlichen Lenker der Großgemeinde St. Amandus, Pfarrer Martin Limberg. Ein Vierteljahr ist er jetzt Dattelner. Da ist er gern der Einladung des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln gefolgt. Die Vorsitzende Gertrud Richter hatte während der stimmungsvollen Weihnachtsfeier für ihn Überraschendes wie „Härguott, graut is diene Macht“ parat.

    Der Kirchen-Hit „Großer Gott wir loben dich“ „op Platt“ – das war selbst für den Münsterländer Martin Limberg neu. Gertrud Ritter schenkte Limberg den kompletten Zehner-Satz „Dattelner Hefte“ und andere Bücher mit Geschichte(n) aus und über Datteln. Dazu „ein gutes Tröpfchen Roten“, um Datteln gemütlich zu verdauen. Am Rande der Feier im Grochtmann-Museum hatten wir Gelegenheit zu einem „100-Tage-Gespräch“ mit Pfarrer Limberg. Datteln kenne er lange, weil eine Tante und andere Verwandte hier zuhause seien. Natürlich auch durch Bischof Dr. Reinhard Lettmann und den Kanonikus Kroppmann, einen Dattelner, der in seiner Heimatstadt Borken wirke: „Zudem sind meine Nichten im St. Vincenz in Datteln geboren“, fügt der 41-jährige hinzu. Stadt und Gemeinde sieht er positiv: „Datteln hat viele Möglichkeiten, die es zu erhalten gilt. Das ist eine lebendige Stadt, in der dir ständig freundliche, offene Menschen begegnen.“ Das gelte auch für den kirchlichen Bereich, wo er sehr viel positives Engagement vorgefunden habe: „Wichtig war für mich, dass ich die drei Vorgängergemeinden schon vor der großen Fusion als eine wahrgenommen habe. Mit vielen Einzelaktivitäten und einer Riesenlebendigkeit in der Großgemeinde.

    Hoffnungsfroh stimmt es den neuen Pfarrer, dass es in den drei Monaten seines hier Seins bereits zwölf Anträge auf Eintritt oder Wiedereintritt in die Kirche gebe: „ Darüber hinaus haben wir recht viele Kindstaufen und 450 Kinder in sechs Kindergärten.“ Traurig ist Martin Limberg über nur wenige ganze Familien in den Gottesdiensten: „Das werden wir attraktiver gestalten. Etwa mit Kind gerechten Elementen in der Elfuhrmesse am Sonntag.“ Im Turm von St. Amandus hat er ein Bild der Madonna entdeckt, die mit ihrem Mantel Amandus- Kirche und Industrie schützt. Ähnliches spürt er für sich selbst: „ Ich fühle mich von der Gemeinde getragen.“

    Paul Reding aus Waltrop, las seine Weihnachtsgeschichte „Eben war noch Volkszählung in der Stadt B.“ und freute sich über sein Gespräch mit „meinem neuen Freund Martin“. Die Zuhörer freuten sich bei Christstollen und Kaffee über „Apfent, Apfent, der Bärwurz brennt…“, eine kernig lustige Krippeng’schicht aus Franken, Josef Weiring mit schönem Tenor-Solo, Heinz Dreck am Akkordeon, so wie Eberhard Holz und Gertrud Ritter mit besinnlichen Geschichten und Gedichten auf hochdeutsch und Platt.

    Quelle: Medienhaus Bauer/Dattelner Morgenpost

  • Heimatverein besucht Arena auf Schalke

    Schalke

    „La Ola“ auf den V.I.P.-Rängen auf einen gelungenen Ausflug.

    „Rollrasen“ verbanden die meisten der 44 Leute vom Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein Datteln vor der Besichtigung der Veltins Arena „Auf Schalke“ wohl eher mit dem Ausbessern oder Erneuern einer Zierwiese. Die Arena-Guides Ulrike und Birgit verdeutlichten den Besuchern aus Datteln, wie ein ganzer Sportplatz zum „Roll-Rasen“, und für Fußballspiele auf Rollen ins Stadion geschoben wird. Oder wieder raus, wenn die Wiese bei Musik und Comedy auf Bühnen, Stockcar- Rennen auf Erdhügeln, Biathlon im Schnee oder Hockey auf Eis nur stören würde.

    Das sei im Übrigen derselbe Rasen, auf dem man bei der WM 2006 gespielt habe. Birgit: „Mehr als 500 Veranstaltungen finden im Jahr hier statt“. „Die Spiele von S 04 nicht mit gerechnet.“ Dass bei ausverkauftem Haus von 61 673 Zuschauern knapp 30 000 Liter Bier verkonsumiert werden, die vom Bierlager bis zu den Zapfhähnen in den gastronomischen Bereichen in zwei mal fünf Kilometern Bierleitung laufen, macht ebenso staunen wie die funktionelle Schlichtheit der Spielerkabinen, das Pressezentrum, die Kapelle, die technische Einrichtung, die Preise der Tickets, vor allem im V.I.P.-Bereich, und die Kosten. So kostet der Umbau der 16 000 Stehplätze der Nordkurve für internationale Spiele satte 50 000 Euro. UEFA-Cup, DFB-Pokal und die historische „Victoria“ sind zu sehen…Und die „Meisterschale“. Die aber nur im Schalke-Museum.

    Die Tour-Organisatoren Gertrud Ritter und Theo Beckmann ernteten mit dem Besuch auf Schalke mit abschließendem Kaffeetrinken „gleich nebenan“ im Schloss Berge in Gelsenkirchen jede Menge Beifall.

    Heimatverein in der Schalker Kabine.

    Schalke

    In der Arena.

    Text und Bilder: Jürgen Rottmann

  • Zu Besuch auf der Landesgartenschau

    50 Mitglieder des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln um die Vorstände Gertrud Ritter (2. Reihe, 2. v. re.) und Theo Beckmann (2. Reihe, 3. v. re.) in der LGS Hemer am Fuße der 343 Stufen der „Himmelsleiter“ auf den Jüberg-Aussichtsturm im Hintergrund. Fotos: Rottmann.

    “Zauber der Verwandlung” hat sich die Landesgartenschau in Hemer als richtungsweisende Überschrift ausgesucht. Und auf die Spuren dieses Zaubers der Verwandlung machte sich jetzt bei einem Ausflug ins nahe Sauerland auch der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln.

    Unter Führung der Vorsitzenden Gertrud Ritter und ihres „Vize“ Theo Beckmann machten sich 50 Heimatfreunde gut gelaunt per Bus auf zur 15. NRW- Landesgartenschau. Deren Macher haben aus einem rund 300 000 qm großen ehemaligen Bundeswehr- Kasernen-Gelände zwischen der City des Städtchens bei Iserlohn und der bekannten Sehenswürdigkeit von Hemer, dem zerklüfteten Felsenmeer, einen blühenden Garten-Traum gemacht. Nach dem Motto „Zauber der Verwandlung“. Da hatten die Dattelner Heimatfreunde viel zu tun beim Besteigen der 343 Stufen der „Himmelsleiter“ den Jüberg hoch und auf den 23 m hohen Aussichtsturm auf dem Gipfel. Dort belohnte ein schöner Rundblick für das harte Treppensteigen. Gärten der Sinne und der Bewegung, Himmelsspiegel, Irrgarten, ein Städtemosaik, eine Tolle Blumenhalle, Themengärten, Paradies, Wasserspielplatz, Ruhezonen mit und ohne Gastronomie und viele andere Angebote bescherten den Ausflüglern aus der Kanalstadt ein paar spannende Stunden einer, so der offizielle Flyer der Landesgartenschau Hemer, „Entdeckungsreise für Körper, Geist und Seele“.

    Und dann war da noch eine ganz besondere Spezies Pflanze, die den Dattelnern ins Auge fiel und für großes Erstaunen und einiges Amusement sorgte: Roter Grünkohl. „Kann man den auch essen?“ Oder: „Wie wird der Grünkohl rot?“ Waren am Ende die meist gestellten Fragen. Ohne eine schlüssige Antwort. Aber so etwas gehört wohl auch dazu, wenn das Motto „Zauber der Verwandlung“ heißt.

    “Quelle Medienhaus Bauer - Dattelner Morgenpost”

  • Bauer, Bergmann, Businessmacher

    Hausherr Jörg Schlottmann (re.) und Museumschefin Rosemarie Schloßer (oben li.) begrüßten im EON-Würfel die Akteure des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln zu „Bauer, Bergmann, Businessmacher“. (v. li.) Esther Schmitz, Gertrud Ritter, Magdalene Dördelmann, Adelheid Honacker, Maria Huxel, Eberhard Holz, Theo Beckmann, Josef Weiring. Foto: Rottmann

    Den Schluss- und Höhepunkt der Schachtzeichenwoche in Datteln markierte der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln im voll besetzten Veranstaltungsraum des Eon-Infowürfels mit einem amüsant lehrreichen Sonntagnachmittag im Zeichen des Wandels der regionalen Sprache. Hausherr Jörg Schlottmann freute sich über die Präsenz des Heimatvereins bei der Aktion Schachtzeichen: „Ohne Vergangenheit haben wir keine Zukunft. Sie zeigen uns, wo wir herkommen.“

    Museumschefin Rosemarie Schloßer begrüßte die Heimatfreunde „mal außerhalb des Hermann Grochtmann Museums“ und sagt: „Die 311 gelben Ballone über ebenso vielen ehemaligen Schachtanlagen haben uns wie Stecknadeln in einer Landkarte gezeigt, dass wir hier nicht in einer gewachsenen Idylle leben, sondern dass unsere Väter durch ihre Arbeit zur Gestaltung der Region beigetragen haben.“ „Bauer, Bergmann, Businessmacher“: Lieder, Gedichte und Vorträge in Platt, Ruhr-Deutsch und Hochdeutsch, in „Masematte“, der legendären „dritten Sprache des Münsterlandes“, und im, immer mehr im Wildwuchs um sich greifenden, „Denglisch“ sorgten für Kurzweil und deckten dabei teils erstaunliche Ansichten, Ableitungen und Ausdrücke von gängigen Redewendungen des heutigen täglichen Sprachgebrauchs in der Umgangssprache der Region Ruhr auf.

    Dass Gertrud Ritter, Maria Huxel, Adelheid Honacker, Eberhard Holz, Josef Weiring, Heinz-Jürgen Rottmann, Theo Beckmann und die pfiffige, erst zehn Jahre junge Esther Schmitz bei ihren gekonnten Vorträgen in Platt und Ruhrdeutsch schon mal gern auf Adaptionen von „Klassischem“ – wie etwa Goethe oder Heine, oder wie im Gedicht „Kullerball und Köttelbecke“ gar auf den „Froschkönig“ der Brüder Grimm - zurückgriffen, machte die Sache erst richtig spannend. Und dann zum Finish das „Denglische“… Für flotte musikalische Töne zeichnete Magdalene Dördelmann mit ihrem Akkordeon trefflich verantwortlich.

  • Geschichte auf der Spur

    Heimatfreunde aus Datteln und Waltrop machen einen historischen Rundwanderweg komplett

    Es ist ein geschichtsträchtiges Fleckchen Erde – das drei-Städte-Eck rund ums Hebewerk. Zu entdecken ist es jetzt auf einem Rundwanderweg.

    Neu ist der Weg eigentlich nicht. Die Heimatvereine Datteln und Waltrop wollen ihn jetzt aber bekannter machen und haben dazu einen Steinwurf vom Parkplatz des Hebewerk-Museums entfernt, eine Hinweistafel aufgestellt. „Den Weg kennt kaum einer“, sagt Gertrud Ritter, Vorsitzende des Dattelner Heimatvereins. „Unscheinbar, aber sehr interessant“, sei er.Vier Zeittafeln mit Daten und Fakten zu historisch bedeutsamen Orten haben Dattelns Heimatfreunde in den letzten Jahren im Drei-Städte-Eck aufgestellt – und diese drei markante Punkte können innerhalb von 30 Minuten erwandert werden.Los geht es an dem kleinen Platz an der Straße Am Hebewerk kurz vor dem Hebewerks-Tunnel. Der Weg führt hinunter zum Unterwasser, dort wo der Rhein-Herne-Kanal in den Dortmund-Ems- Kanal mündet.Erste Station ist die Lucasbrücke. Die alte Brücke hatten die Deutschen im Krieg gesprengt, um die vorrückende US-Armee aufzuhalten. Nach dem Krieg wurde eine Brücke montiert, die eigentlich für den Russlandfeldzug gebaut worden war.Wenige hundert Meter weiter weist eine historische Zeittafel auf den in Mergel gegrabenen Luftschutzstollen hin. Der zugemauerte Eingang ist halb überwuchert. In den Stollen flüchtete sich bei Luftangriffen in den Jahren 1944 und 1945 „ganz Meckinghoven“, erinnert sich Gertrud Ritter. Sie selbst war damals 17, 18 Jahre jung, wohnte am Becklemer Weg. „Wir haben damals immer gescherzt: Bis heute Nacht im Stollen. Wenn der Fliegeralarm nachts losging, sind wir alle dorthin gerannt.“Vom Leinpfad aus gibt‘s freie Sicht auf Dattelns Industriekulisse. „Ein beeindruckender Anblick“, findet Gertrud Ritter. „Ob man die Aussicht nun mag, oder nicht – man sieht Dattelns Industriegeschichte: links Ruhr-Zink, dahinter das alte Kraftwerk, rechts den Neubau. Früher sah man von dort aus die Zeche Emscher-Lippe.“Weiter geht’s zur alten Schachtschleuse von 1912. Der Männerkopf, der in den Stein gemeißelt ist, soll übrigens nicht Kaiser Wilhelm II. darstellen, sondern den Eisen- Schiffsbaupionier und Kaiser-berater Rudolph Haack.Die vierte Zeittafel steht an der Friedenskirche, der ältesten evangelischen Kirche im Ostvest, eingeweiht 1901.

    Quelle: Dattelner Morgenpost