Gelungener Auftakt der Wochen gegen Rassismus

Gruppe von etwa zwanzig Personen bei einem Rundgang zu Stolpersteinen in einem Wohngebiet in Datteln

Zwanzig Personen waren zum Dorfschultenhof gekommen, die dem Vorsitzenden des Dattelner Heimatvereins folgen wollten zu den Stolpersteinstandorten in unserer Stadt. Unter dem Motto „Nie wieder Minderheiten ausgrenzen“ verurteilte Theodor Beckmann die perfide Systematik der rassisch begründeten Verfolgung und die totale Vernichtung der deutschen und damit auch der Dattelner Juden durch die Nationalsozialisten. Er führte die Gruppe zu den Stolpersteinen der Familien Goldberg, Hecht und Löwenberg, er erzählte die Geschichten der Familien Rosenbaum und Bock. Zudem steuerte der Heimatvereinsvorsitzende den Standort der ehemaligen Synagoge am Türkenort an, die der israelitischen Gemeinde neun Jahre (1929-1938) als Betsaal gedient hat. Der Spaziergang endete am Jüdischen Friedhof an der Düppelstraße; es ist erstaunlich, dass einige der Grabsteine dort die Jahre des Dritten Reichs überlebt haben.

Harmonischer Verlauf der Jahreshauptversammlung

Vorstand des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln nach der Jahreshauptversammlung 2026 im Dorfschultenhof.
Der Vorstand des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln (v. l.): Christa Rikaid, Monika Frey, Adelheid Luchini, Martina Beckmann, Theodor Beckmann, Daniel Toschke, Peter Friedrich, Margarete Kelch und Angela Händler.

11.03.2026

Bei der Jahreshauptversammlung des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins am heutigen Mittwoch im Dachsaal des Dorfschultenhofes wurden die Vorsitzenden Theodor Beckmann und Adelheid Luchini, die Geschäftsführerin Angela Händler und der Schatzmeister Daniel Toschke einstimmig wiedergewählt. Als Beisitzer fungieren für die nächsten drei Jahre Monika Frey, Christa Rikaid, Martina Beckmann und Peter Friedrich. Zur Kassenprüferin wählten die Mitglieder Margarete Kelch.

In seinem Geschäftsbericht blickte Theo Beckmann auf ein Jahr voller Aktivitäten zurück. Dazu gehörten das Frühlingssingen mit dem ehem. Musikschulleiter Christoph Vatheuer, der Schnatgang zur Brücke des Dortmund-Ems-Kanals über die Lippe, das Sommerfest, verschiedene Ausflüge per Fahrrad wie etwa am Tag des Denkmals sowie das Gedenken an die Pogromnacht, aber auch die Adventsfeier mit Paul Reding aus Waltrop.

Für dieses Jahr sind wieder eine Reihe von Veranstaltungen und Ausflüge vorgesehen: So eine Tagesfahrt nach Xanten am 27.06.2026, das Sommerfest am 01.08. oder ein Vortrag zur Geschichte Dattelns in den 1930er Jahren am 07.10., zusammen mit Wolfgang Thimian.

Datteln um 1935

Das Bild ist ein altes Schwarz-Weiß-Foto aus dem Jahr 1936. Zu sehen ist das Amts- und Rathaus von Datteln. Das Gebäude hat zwei große Rundbogen-Eingänge. Über einem Eingang steht der Schriftzug "Amts- und Rathaus". Das Gebäude ist mit Pflanzen und Schmuck dekoriert. Es gibt einen festlichen Anlass. Vor dem Gebäude stehen viele Menschen. Die meisten Männer tragen Uniformen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Dazu gehören Uniformen von SA und SS sowie militärische Kleidung. Einige Männer tragen Mützen und Abzeichen. Links stehen einige Männer in ziviler Kleidung. Sie tragen dunkle Anzüge. In der Mitte des Bildes wird ein Dokument gezeigt oder überreicht. Es handelt sich um die Stadturkunde. Rechts steht eine größere Gruppe uniformierter Männer. Sie stehen dicht beieinander und schauen in Richtung der Zeremonie. Unter dem Foto steht der Text: "Am 14. Juni 1936 wurde im Rahmen eines Festaktes die Stadturkunde an Vertreter der Stadt überreicht." Das Foto zeigt einen offiziellen Festakt zur Stadtwerdung von Datteln während der Zeit des Nationalsozialismus.

Vertrautes und Vergessenes aus der Vergangenheit

am 11. Februar 2026 um 15 Uhr im Dachsaal des Dorfschultenhofes

In Kooperation mit der Volkshochschule lädt der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein ein zu einem Vortrag zur Dattelner Heimatgeschichte: am Mittwoch, 11.02.2026 um 15 Uhr im Dachsaal des Dorfschultenhofes, Genthiner Straße 7.

An Hand zahlreicher Fotos erzählen der Dattelner Heimatforscher Wolfgang Thimian und der Vereinsvorsitzende Theodor Beckmann, wie es in und um Datteln um das Jahr 1935 aussah. Vor nunmehr 90 Jahren erlebte die Landgemeinde die Zeit des Nationalsozialismus, u.a. auch die Stadtwerdung im Jahr 1936. Der Verein heißt neben seinen Mitgliedern auch interessierte Gäste herzlich willkommen.