Bürgermeister André Dora, Pfarrer Ludger Schneider und Pfarrer Thomas Mämecke konnte der Vorsitzende des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln, Theodor Beckmann, (von li. nach re.) zum diesjährigen Neujahrsempfang des Vereins im Reinhard-Lettmann-Haus begrüßen. In seiner Ansprache verdeutlichte der Vorsitzende die zahlreichen Kontakte des Vereins in die Stadt Datteln hinein und zu den Heimatvereinen der Nachbargemeinden. Er unterstrich zum einen die guten Beziehungen zur Stadtverwaltung, zur Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinde, zum anderen die lebendigen Verbindungen zu den Vereinen in Oer-Erkenschwick, Waltrop, Olfen, Recklinghausen und auch Erkelenz. Nach dem Kaffee und den knusprigen Neujahrshörnchen stellte Dr. Carlheinz Münnighoff seinen neuen Kalender mit historischen Fotos aus Datteln vor, zwölfmal Heimaterinnerungen an „Datteln wie es einmal war“.

Der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 e.V. wünscht all seinen Mitgliedern und Freunden ein erfolgreiches Neues Jahr 2017.

Der Vorstand bedankt sich für die gute Zusammenarbeit, die rege Unterstützung und die aktive Teilnahme bei einzelnen Vereinsaktivitäten.

Am 18. Januar 2017 eröffnet der Verein um 14.30 Uhr den Veranstaltungsreigen 2017 mit seinem traditionellen Neujahrsempfang im Reinhard-Lettmann-Haus. In einem ersten Teil soll noch einmal auf die zahlreichen Aktivitäten erinnert werden, die der Verein im vergangenen Jahr veranstaltet hat, in einem zweiten Teil wird Dr. Münninghoff seinen neuen Kalender 2017 vorstellen.

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Mitglieder und Freunde des Vereins an diesem Nachnmittag bei uns vorbeischauen und mit uns zusammen Kaffee und Neujahrshörnchen genießen.

Mit den besten Wünschen auf ebenso gute Zusammenarbeit im kommenden Jahr verbleibt

Theodor Beckmann

- Vorsitzender -

Hagemer Kirchweg 95

45711 Datteln
Tel. 02363 / 65852

Die evangelische Kirchengemeinde Datteln hatte den Vorsitzenden des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins, Theodor Beckmann, eingeladen, die Festgäste am Tage des feierlichen Jubiläums des Lutherhauses mit den Anfängen der Geschichte des Hauses vertraut zu machen. 1916 war, trotz der Schwierigkeiten der Kriegszeit, der Druck der Evangelischen in Datteln so groß geworden, einen größeren Besaal zwischen Dorf und Beisenkampsiedlung als lebendiges Zentrum des Gemeindelebens zu schaffen. Die kleine Kapelle in der Nähe des Schiffshebewekrs war zu klein und zu weit weg von der Mehrzahl der Wohnungen, in denen die nach Datteln gezogenen Bergarbeiter ihre neue Heimat gefunden hatten. Und für den Bau einer richtigen Kirche, wie die Gemeinde sie beantragt hatte, gab es in den Kriegstagen seitens des Konsistoriums in Münster keine Genehmigung. So entschied das Presbyterium unter der Leitung von Pfarrer Wunderlich kurz entschlossen, an der Brückenstraße statt der zunächst geplanten „Kinderbewahrschule“ ein Gemeindehaus mit Bersaal und Räumen für Vereinsaktivitäten zu errichten.

„Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die dran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, so wachet der Wächter umsonst.“ (Psalm 127)

So steht das Lutherhaus als ein in Stein gemauertes Zeichen für die Entwicklung Dattelns von einer kleinen evangelischen Diasporagemeinde zu einer aufstrebenden Industriegemeinde. Als der Hülfsprediger Heinrich Trippe 1898 ins Ostvest kam, lebten in Datteln und Waltrop etwa 250 Evangelische - und sie wohnten natürlich nicht als Händler und Handwerker im Dorf Datteln oder als Bauern in den Bauerschaften, sondern als Kanalarbeiter in der Nähe des Schiffshebewerks Henrichenburg im Dattelner Süden. Deshalb entstand der erste evangelische Kirchbau der Kirchengemeinde Waltrop-Datteln im Süden Meckinghovens an der Stadtgrenze zu Waltrop. Erst die Teufung der Zeche Emscher-Lippe und der Bau der Beisenkampsiedlung ließ die Zahl der evangelischen Gemeideglieder in Datteln rasch anwachsen, 1916 lebten schon etwa 5000 Evangelische im Amt Datteln, die sich eine religiöse Heimat wünschten.

„Zum Bauen bin ich gedrungen, Gott sei Dank, es ist gut gelungen.“

Am 17.12.1916  wurde das Lutherhaus als Mittelpunkt des evangelischen Gemeindelebens eröffnet, als Gottesdienststätte mit Betsaal, Versammlungsräumen für die evang. Vereine und zwei Wohnungen. 100 Jahre später steht und lebt das Haus immer noch, auch wenn es in seiner Geschichte zweimal runderneuert wurde: das erste Mal 1969/70, als der große Saal abgerissen und neu errichtet, der Glockenturm zurückgebaut und der Hauptbau renoviert und für seine neue Bestimmung als Altenstube eingerichtet wurde; und das zweite Mal, als das Haus 2013/14 für die Nutzung als Kindergarten umgestaltet wurde.

Zum Ende seiner Ausführungen übergab der Vorsitzende des Heimatvereins der evangelischen Kirchengemeinde zwei Geschenke: zum einen überreichte er Pfarrerin Kuckshoff ein dickes Buch mit kurzen Texten von Martin Luther für jeden Tag aus dem Jahre 1902, das lange Jahre von einer Familie aus der alten Kirchengemeinde Waltrop-Datteln in Ehren gehalten wurde; zum zweiten machte er die Zusage, im nächsten Jahr am Brückenhaus eine weitere Zeittafel aufzustellen.



Foto: Pfarrerin Susanne Kuckshoff nimmt vom Vorsitzenden des Dattelner Heimatvereins Theo Beckmann ein dickes Buch mit Texten von Martin Luther für jeden Tag des Jahres entgegen. (Foto: Norbert Schmitz)

Am Mittwoch, 21. Dezember 2016 findet um 15:00 Uhr in der Friedenskirche am Schiffshebewerk ein ökumenischer Gottesdienst statt. Er wird zelebriert von Pfarrer Hans Overkämping und Schifferpastor Horst Borrieß. Zu diesem Gottesdienst laden herzlich ein der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln und der Heimatverein Waltrop. Zum Jahresende geht Schifferseelsorger Horst Borrieß in Ruhestand. Die Ev. Landeskirche stellt zwar die Schifferseelsorge in Meckinghoven ein, die Friedenskirche am Schiffshebewerk wird der Dattelner Bevölkerung aber als Kulturkirche erhalten bleiben. Die von den Heimatvereinen Datteln und Waltrop befürchtete Entwidmung der Kirche ist damit zunächst einmal abgewendet. Beide Vereine engagieren sich nunmehr im Förderverein des Schiffshebewerks, der ab 2017 die Keimzelle des evangelischen Lebens in Datteln und Waltrop übernehmen wird, und sie werden mithelfen, die Kirche weiterhin mit Leben zu füllen.

Von der stimmungsvollen Atmosphäre des vorweihnachtlichen Xanten haben sich die Mitglieder des Dattelner Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins verzaubern lassen. Ohne Hektik und Drängelei konnten sie auf dem alten Marktplatz an den zahlreichen Hütten und Büdchen entlang schlendern und kleine Weihnachtseinkäufe tätigen. Und vor dem Rundgang über den beschaulichen Weihnachtsmarkt mit seinen vielen kleinen Überraschungen und dem hellen Schein der unzähligen Lämpchen hatten Frau Maas (auf dem Foto rechts) und Frau Peters von der Xantener Tourist-Information die interessierten Gäste aus Datteln eine Stunde lang durch den prächtigen Sankt-Viktor-Dom geführt und sie mit der wechselvollen Geschichte der gotischen Kirche und einigen Kunstschätzen des Gotteshauses vertraut gemacht. Dabei standen die noch aus römischer Zeit stammende Krypta mit den Gebeinen der heiligen Märtyrer, das Chorgestühl der Kanoniker mit seinen 400 Jahre alte Wandteppichen, der mit Blattgold reich verzierte Hochaltar und der aus Eichenholz geschnitzte Marienaltar aus dem Jahre 1536 im Zentrum der Aufmerkamkeit. Abgerundet wurde der Nachmittag mit einer Einkehr in einem der vielen kleinen Cafes am historischen Marktplatz: dort ließen es sich die Teilnehmer der Fahrt bei Kaffee und Kuchen gut gehen.


Foto: Frau Maas (rechts) erläutert einer Gruppe interessierter Gäste aus Datteln die Geschichte des Xantener Domes.