Datteln um 1935

Das Bild ist ein altes Schwarz-Weiß-Foto aus dem Jahr 1936. Zu sehen ist das Amts- und Rathaus von Datteln. Das Gebäude hat zwei große Rundbogen-Eingänge. Über einem Eingang steht der Schriftzug "Amts- und Rathaus". Das Gebäude ist mit Pflanzen und Schmuck dekoriert. Es gibt einen festlichen Anlass. Vor dem Gebäude stehen viele Menschen. Die meisten Männer tragen Uniformen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Dazu gehören Uniformen von SA und SS sowie militärische Kleidung. Einige Männer tragen Mützen und Abzeichen. Links stehen einige Männer in ziviler Kleidung. Sie tragen dunkle Anzüge. In der Mitte des Bildes wird ein Dokument gezeigt oder überreicht. Es handelt sich um die Stadturkunde. Rechts steht eine größere Gruppe uniformierter Männer. Sie stehen dicht beieinander und schauen in Richtung der Zeremonie. Unter dem Foto steht der Text: "Am 14. Juni 1936 wurde im Rahmen eines Festaktes die Stadturkunde an Vertreter der Stadt überreicht." Das Foto zeigt einen offiziellen Festakt zur Stadtwerdung von Datteln während der Zeit des Nationalsozialismus.

Vertrautes und Vergessenes aus der Vergangenheit

am 11. Februar 2026 um 15 Uhr im Dachsaal des Dorfschultenhofes

In Kooperation mit der Volkshochschule lädt der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein ein zu einem Vortrag zur Dattelner Heimatgeschichte: am Mittwoch, 11.02.2026 um 15 Uhr im Dachsaal des Dorfschultenhofes, Genthiner Straße 7.

An Hand zahlreicher Fotos erzählen der Dattelner Heimatforscher Wolfgang Thimian und der Vereinsvorsitzende Theodor Beckmann, wie es in und um Datteln um das Jahr 1935 aussah. Vor nunmehr 90 Jahren erlebte die Landgemeinde die Zeit des Nationalsozialismus, u.a. auch die Stadtwerdung im Jahr 1936. Der Verein heißt neben seinen Mitgliedern auch interessierte Gäste herzlich willkommen.

Datteln hat heute seinen 21. Stolperstein bekommen.

Der neue Stolperstein vor dem Haus An der Mühle 1a umgeben von Rosen.

27.01.2026

Gunter Demnig, bekannt für seine Initiative, mit Stolpersteinen an die Opfer des Naziregimes zu erinnern, ist mal wieder nach Datteln gekommen, um sein aus mehr als 100.000 Steinen bestehendes Kunstwerk um einen Stein zu erweitern. 

Unser Vereinsvorsitzender Theodor Beckmann war selbstverständlich bei der Feierstunde zugegen; er ließ es sich nicht nehmen, an alle Anwesenden eine der jüngst herausgegebenen Stolperstein-Briefmarken der Deutschen Post zu verteilen.

Der neue Stolperstein vor dem Haus An der Mühle 1a erinnert an Peter Jakob Theisen. Er wurde 1907 in Püttlingen geboren und zog als Kind mit seiner Familie nach Datteln. Aufgrund einer Epilepsie-Erkrankung wurde er im nationalsozialistischen System als „minderwertiges Leben“ stigmatisiert. Am 13. August 1942 wurde er in der Landesheilanstalt Eichberg ermordet. Er war erst 34 Jahre alt. Durch die Verlegung eines Stolpersteins in Datteln holen wir ihn aus den Akten zurück in das Leben unserer Stadt, in die Erinnerung seiner Familie. 

Ziel der Stolperstein-Verlegungen ist es, an Opfer nationalsozialistischer Gewalt zu erinnern, lokale Geschichte sichtbar zu machen und einen Beitrag zur historisch-politischen Bildung sowie zur Stärkung demokratischer Werte zu leisten. Die anderen 20 Dattelner Stolpersteine erinnern an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die vor den Nazis geflohen waren oder von den Nazis ermordet wurden.

Gut besuchter Neujahrsempfang

Das frostige Winterwetter mit frisch gefallenem Schnee und eisigem Wind konnte die Mitglieder nicht davon abhalten, zum Neujahrsempfang des Dattelner Heimatvereins in den Dachsaal des Dorfschultenhofes zu kommen. Dichtgedrängt saßen die zahlreichen Erschienenen und freuten sich auf die leckeren Neujahrshörnchen, gebacken von Adelheid Luchini und Monika Frey, dazu gab es den obligatorischen Kaffee oder ein Tässchen Tee. Der Vorstand hat sich bei den Mitgliedern herzlich für die gute Zusammenarbeit, die rege Unterstützung und die aktive Teilnahme bei den Vereinsaktivitäten bedankt.

Und auch sonst kamen die erschienenen Vereinsmitglieder auf ihre Kosten: Als Gäste konnte der Vereinsvorsitzende Theodor Beckmann Bürgermeister André Dora, die Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Melanie Bleicher, den Heimatforscher Wolfgang Thimian und den ehemaligen Apotheker Dr. Carlheinz Münnighoff begrüßen. Sie begleiten den Verein seit Jahren und wünschten ihm bei seiner engagierten Arbeit der Heimatpflege und zur Vermittlung der Heimatkunde viel Erfolg und gute Ergebnisse.

Nach der Kaffeepause verteilte Dr. Münnighoff die Kalender der Alten Apotheke 2026, er und Wolfgang Thimian stellten uns die Kalenderbilder vor und konnten uns viele Geschichten hinter den Fotos erzählen.

Plattdeutscher Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 e.V.

„Im Advent“

am 10.12.2025 um 15 Uhr im Dachsaal des Dorfschultenhofes

Paul Reding, Bildhauer, Maler und Schriftsteller aus Waltrop, wird am Mittwoch, 10.12.2025 um 15 Uhr zu Gast sein bei der vorweihnachtlichen Feier des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln 1922 e.V im Dachsaal des Dorfschultenhofes, Genthiner Straße 7. Auch in diesem Jahr hat Paul Reding eine Weihnachtsgeschichte geschrieben, die er den Mitgliedern und Gästen des Vereins vorlesen wird. Mit seinen besinnlichen und humorigen Gedichten, umrahmt von den Liedern und plattdeutschen Gedichten der Vorweihnachtszeit, wird er die Feier gestalten. Im Laufe des Nachmittags stößt dann der Offene Singekreis mit Irina Tseytlina, der Kantorin der Lutherkirche, dazu und wir singen gemeinsam Weihnachtslieder.

Verleihung des Dattelner Heimat-Preises 2025

Angeregt durch den Vorsitzenden des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins hatte der Rat im Frühjahr beschlossen, in diesem Jahr zum ersten Mal den NRW-Heimat-Preis auch für Datteln zu verleihen. Im September hatte der Verein der Jury drei Initiativen mit heimatkundlichem Charakter vorgeschlagen. Am Mittwoch Abend (26.11.) konnten die drei Preisträger ihre Auszeichnungen entgegen nehmen.

Den 1. Preis erhielt der Heimatausschuss des Bürgerschützenvereins Horneburg: Er hatte im Mai 2025 die vierte Ausgabe der Horneburger Blätter herausgebracht. Damit haben die Dorfarchivare historische Quellen, Dokumente und Forschungsergebnisse des Archivs über die Zeit von 1933 bis 1945 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So leisten sie einen wertvollen Beitrag, um die Vergangenheit ins Bewusstsein zu rücken und Denkanstöße für die Gegenwart zu geben.

Den zweiten Preis teilten sich zwei Initiativen, die auf den Spuren der Stolpersteine nach Spuren jüdischen Lebens in Datteln suchten. Am Anne-Frank-Aktionstag, dem 12. Juni 2025, waren Schülerinnen und Schüler der Wolfhelmschule in die Innenstadt gekommen: sie hatten im Unterricht erfahren, dass vor hundert Jahren mehrere jüdische Familien in Datteln lebten. Nun wollten sie mit eigenen Augen sehen, wo die jüdischen Familien gewohnt und gearbeitet hatten. Die 14- bis 16-jährigen Mädchen und Jungen lauschten aufmerksam den grausamen und traurigen Geschichten.

Bereits im Januar 2025 organisierten Schülerinnen und Schüler des Comenius-Gymnasiums für vierte Klassen der Gustav-Adolf-Grundschule einen Spaziergang zu sechs Stolpersteinen-Standorten der Stadt. Vor Ort wurden die Grundschülerinnen und -schüler von Oberstufen-Schülerinnen und Schülern der Stufe Q2 des Comenius-Gymnasiums empfangen. Die hatten kurze Vorträge vorbereitet, um den Jüngeren die Menschen hinter den kleinen Gedenktafeln näherzubringen.